Hafenwerkstatt, eine Illusion oder praktische Umsetzungsabsicht zur Bewahrung bremischer Industriegeschichte?
Unser Verein hat Ende des Jahres 2005 einen 5-Jahresvertrag mit dem
Senatsressort Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit Jugend und Soziales
abgeschlossen mit dem Ziel, etwa 80-90t Maschinen, Geräte, Autos und
Gegenstände anderer Art zu restaurieren. Dieser Vertrag wurde einseitig im
Bereich der Arbeitsmarktpolitik durch unterlassene personelle Unterstützung
boykottiert, obwohl wir ab dem 03.April 2006 bereits von der BAgIS und der
Arbeitsagentur 7 Personen zugewiesen und bewilligt bekommen hatten. Die 6
ABM-Kräfte mussten aufgrund massiven Drucks auf den Vorsitzenden zum 30.
Juni 2006 gekündigt werden mit dem Hinweis, dass andere Arbeitsplätze bei
anderen Trägern zur Verfügung stehen würden.
Bis zum März des folgenden Jahres wurden dann die Gegenstände vom Verein
unter Mithilfe des eingestellten Projektleiters treuhänderisch verwaltet und
bewacht, da die Situation in der Lagerhalle keine optimale Sicherheit bot.
Die Lagermiete war bis zum 30. Juni 2007 durch die Stadt gesichert.
Im März 2007 wurde unser Verein ultimativ vor die Wahl gestellt, mit einem
Auflösungsver-trag die Sachen nach freier Auswahl zu übernehmen, oder aber
auf alles zu verzichten und es der Verschrottung zu überlassen (!).
Wir entschieden uns unter einem immensen Druck nach vorherigen Gesprächen
und unter der Prämisse, dass nach einem dubiosen Gutachten alles als
"Schrott" bewertet worden war, für die Übernahme sämtlicher Gegenstände.
Nach dem gesuchten Grundsatz "Schrott könne man nicht arbeitmarkpolitisch
fördern", wurde die zunächst vor Vertragsabschluss zugesagte
Personalförderung über ABM zurückgezogen.
Damit haben wir die Gegenstände, die uns zunächst per Vertrag überlassen
worden waren, insgesamt in das Eigentum und auf eigenes finanzielles Risiko
(Lagermieten) übernommen und damit vor einer Verschrottung gerettet (!).
Die Folge waren sehr kostspielige Mietzahlungen und schwierige
Fördermittelverfahren, die auch nur bedingt zufriedenstellende
Beschäftigungszeiten dank der BAgIS-Förderungen ermöglichten.
Kleine Erfolge mit den doch noch verbliebenen ca. 50t Material könnten wir
verbuchen mit Hilfe von ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitgliedern und
Weitergabe an gute Zwecke zur Erhaltung der Gegenstände, wie z.B.:
1. Kaffee-Herstellungsapparaturen und sonstige Materialien aus der
Kaffeefertigung an das Bremer Traditionsunternehmen Firma "Münchhausen"
2. Mechanisches Werk einer Turmuhr von ca. anno 1904 mit Lauf- und
Schlagwerk an den Verein Haus Blomendal e.V., wo sie in den letzten 5 Jahren
aufgebaut und mit einem vom Herstellerwerk gespendeten Zifferblatt von
Vereinsmitgliedern installiert worden ist; siehe auch Bericht in dieser
Homepage
3. Diverse Gegenstände aus der früheren Metallherstellung in Bremen an einen
Kunstverein in Bremerhaven zu Ausstellungszwecken abgegeben
Diese Ziele wollen wir weiter verfolgen und werden uns weiterhin damit
engagieren, um sinnvolle Tätigkeiten bei der Beschäftigtenförderung durch
die BAgIS sowie zum notwendigen Erhalt der Gegenstände für Bremens Nachwelt
durchführen zu können.
Aktuelles
Nach einer einjährigen Pausenzeit soll die Hafenwerkstatt mit den Restaurierungsarbeiten der Geräte, Maschinen und Autos wieder beginnen.
Die von der Stadt in eigener Verantwortung und Gefahr übernommenen Gegenstände sollen mit Fördermitteln der Arbeitsagentur, der BAgIS und der bag mit Hilfe der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen des Landes Bremen restauriert werden, um sie privaten Museen und Firmen zu Ausstellungszwecken zur Verfügung stellen zu können.
Veräußerbare Exponate aus dem Bestand der Hafenwerkstatt
Fahradhilfsmotor Flink-Inkarette
Transportfahrrad Rahmennr. 262579
Motorroller Vespa 15065/3 (Fahrgestellnr. VD 2TS 25441)
Kaffee-Mahlwerk Favorite Typ 2A
Verbrennungsmotor mit Getriebe
Waschmaschine Miele Extra No. 35
Lentz-Einheitsmaschine (Modell)
